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Bildbearbeitung mit Fotos-App in Windows 10

Windows-Foto-App-08

Wie ihr wisst, nutze ich Lightroom und Photoshop von Adobe für die Verwaltung und Bearbeitung meiner Fotos. Daher bin ich recht spät auf die Möglichkeiten der einfachen und schnellen Bildbearbeitung unter Windows 10 mit Boardmitteln gestoßen. Es gibt eine Reihe von Bearbeitungsfunktionen, die ich euch anhand einer Testaufnahme zeigen möchte, mit denen ihr ohne weitere Zusatzprogramme einfache Veränderungen an Aufnahmen vornehmen könnt. Zu dem Bild: Wir waren kurz vor Weihnachten in Padborg und haben uns dort beim Discounter u.a. eine Flasche Æbleglögg gekauft, die hier als Testobjekt herhalten musste. Das Foto ist völlig unbearbeitet, kommt also direkt aus der Kamera.  Es entstand in meiner Fotoecke und mit einer einzigen zusätzlichen Lichtquelle, einer Softbox. Die Kameraeinstellungen findet ihr am Ende des Beitrages.

Kommen wir zu dem Programm. Sobald ihr ein Bild mit der Windows „Fotos“-App geöffnet habt, könnt ihr einfach loslegen. Mit einem Klick auf den kreisrunden Pfeil oder der Tastkombination STRG+r könnt ihr das Bild jeweils um 90 Grad im Uhrzeigersinn drehen. Über das Stift-Symbol oder die Tastenkombination STRG+e ruft ihr die Bearbeitungsfunktionen auf.

Jetzt werden auf der linken Seite die Kategorien (Allgemeine Korrekturen, Filter, Licht, Farbe und Effekte) und auf der rechten Seite die jeweils darin enthaltenen Funktionen angezeigt. Zu Beginn landet ihr immer in der Kategorie „Allgemeine Korrekturen“.

Hier stehen euch folgende Funktionen zur Verfügung:

  • Verbessern
  • Drehen
  • Zuschneiden
  • Ausrichten
  • Rote Augen
  • Retuschieren

Die Begriffe sind an sich selbst erklärend. Verbessern bedeutet eine automatische Korrektur. Je nach Bild funktioniert diese ganz gut oder macht es eher schlimmer. 😉 Die Zuschneiden-Funktion ist auch nützlich, um störende und wenig interessante Randbereiche abzuschneiden. In der oberen Leiste gibt es ein Symbol, mit dem das Seitenverhältnis festgesetzt werden kann. So ist es zum Beispiel möglich, für einen Ausdruck im Standard-Format das Verhältnis 10 x 15 einzustellen. In meinem Fall war die Schieferplatte rechts und links etwas zu kurz. Daher habe ich es so zugeschnitten, dass die Ecken nicht mehr zu sehen sind.

Sehr hilfreich dürfte ebenfalls die Ausrichten-Funktion sein. Damit könnt ihr das Bild begradigen, indem ihr es um bis zu +/- 30 Grad dreht. Besonders bei Aufnahmen mit Horizont oder Meer sehr wichtig. Als Hilfe wird euch ein Raster eingeblendet.

Für kleine Fehler, Pickel oder sonstige unliebsame Bildelemente (hier die Spiegelung der Softbox) kann die Funktion „Retuschieren“ genutzt werden. Klickt mit dem blauen Kreis den Bereich an, den ihr entfernt haben wollt. Ich musste mehrfach klicken, bis die Softbox vollständig entfernt wurde. Einen Quellbereich oder die Größe können nicht eingestellt werden.

Nach der Bearbeitung sah es so aus.

Heutzutage geht ja nichts mehr ohne Filtervorlagen. Auch die Fotos-App bringt 6 davon mit. Einfach rechts einen der Filter anklicken und er wird auf das Bild angewendet. Hier als Beispiel eine Variante mit Vignette.

Weiter geht es mit der Kategorie „Licht“. Als Bearbeitungsfunktionen stehen euch Helligkeit, Kontrast, Helle Flächen und Schatten zur Verfügung.

Einfach die jeweilige Option anklicken und mit der Maus entsprechend in den negativen oder positiven Bereich ziehen. Für mein Bild habe ich die dunklen Bereiche (Schatten) leicht abgesenkt.

Die nächste Kategorie widmet sich den Farbeinstellungen. Über den Temperaturregler kann die Farbtemperatur korrigiert werden. Auch der Farbton und die Sättigung lassen sich anpassen. Ganz interessant finde ich übrigens die letzte Option – Farbverstärkung. Die Bezeichnung ist nicht ganz zutreffend, da ihr damit Farben nicht nur verstärken, sondern auch abschwächen könnt. Es sind also auch negative Werte möglich.

Klickt dazu auf einen Bereich im Bild, der die zu ändernde Farbe beinhaltet. Jetzt könnt ihr diese abschwächen oder verstärken. Das lässt sich für weitere Farben wiederholen.

Kommen wir zur letzten Kategorie – die Effekte. Seit Instagram und Co. sind die Vignette und selektiver Fokus sehr beliebt und auch in dieser App muss nicht darauf verzichtet werden. Mit der Vignette lassen sich die Eck- und Randbereiche des Bildes aufhellen oder abdunkeln. Die meisten Nutzer verwenden das Abdunkeln, um so das Zentrum des Bildes mehr hervorzuheben.

Mit dem selektiven Fokus bleibt der Bereich innerhalb der Markierung scharf und alles außerhalb wird weichgezeichnet. Die Intensität der Weichzeichnung könnt ihr über das Kreissymbol verändern. Zur Auswahl stehen Maximal, Stark, Mittel, Schwach und Minimal.

Seid ihr fertig mit der Bearbeitung und wollt noch einmal einen Blick auf die unbearbeitete Originalversion werfen? Das könnt ihr über die folgende Schaltfläche oder die Tastenkombination STRG + /

Wollt ihr beide Versionen behalten, also Original und bearbeitete Version, dann könnt ihr eine Kopie mit dem gemachten Änderungen speichern. Das funktioniert über folgende Schaltfläche oder mit STRG + s

Durch die folgende Schaltfläche wird das Original mit den vorgenommenen Änderungen überschrieben.

Für alle die kleine Korrekturen an den Fotos vornehmen wollen, ohne zusätzliche Software installieren zu müssen, für die kann die Fotos-App unter Windows eine gute Hilfe sein. Wer mehr als die gezeigten Funktionen möchte, der kommt nicht um ein weiteres Bildbearbeitungsprogramm herum. Zum Schluss möchte ich euch noch ein Vorher-Nachher-Bild zeigen. Links seht ihr das Bild so wie es aus der Kamera gekommen ist und rechts seht ihr die Version, die ich ausschließlich mit der Windows Fotos-App bearbeitet habe.

 

Blende: f / 1,8
Belichtungszeit: 1/160 Sekunde
ISO: 200
Brennweite: 50mm
Kamera: Nikon D5200
Objektiv: 50mm f/1.8G AF-S Nikkor
Stativ: ja
Blitz: nein

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